3. Abgrenzung

Wesentlicher Bestandteil der Mediation ist eine auf die Zukunft gerichtete Verhandlungsstrategie, mit dem Ziel einen Konflikt dauerhaft zur Zufriedenheit aller zu lösen.

Anders verlaufen die gerichtlichen oder schiedsgerichtlichen Streitbeilegungen und auch die meisten Schlichtungsverfahren. Hier werden die Sachverhalte aus der Vergangenheit zum Gegenstand der Behandlung und Beurteilung.

In den Schlichtungen werden oft vorschnell rechtliche Einzelfragen bearbeitet, die nicht über Erörterungen rechtlicher Positionen hinauskommen. Es ist jedoch effektiver die eigentlichen Interessen und Hintergründe des Konflikts herauszuarbeiten, damit die Kontrahenten eigenverantwortlich an einer interessengerechten Lösung ihres Konflikts mitwirken. Um sicherzustellen, dass die Abschlussvereinbarungen von allen Parteien mitgetragen werden, müssen sie schließlich nochmals überprüft und evaluiert werden. Die Umsetzungen und Einhaltungen solcher Vereinbarungen sind deshalb dauerhafter als in herkömmlichen Streitbeilegungsverfahren. Darüber hinaus finden die Verhandlungen in einem geschützten und vertraulichen Rahmen statt. Die Medianten und die Mediatoren verpflichten sich zur Vertraulichkeit, es sei denn, die Medianten vereinbaren einvernehmlich mehr Transparenz nach außen. Im Gegensatz dazu sind Gerichtsverfahren in der Regel öffentlich. Hier besteht die Gefahr eines drohenden Imageverlusts für die Kontrahenten.

Nicht allein das Recht ist Maßstab der Konfliktlösungen, sondern auch die Interessen der Parteien. Gerichtliche Auseinandersetzungen sind vielschichtig und in ihrem Ausgang nur bedingt berechenbar. Darüber hinaus sind gerichtliche Baustreitigkeiten oft sehr langwierig, kosten Zeit, Nerven und in der Regel viel Geld. Durch Mediation können die Konfliktparteien eigenverantwortlich, kostengünstig und schnell pragmatische Regelungen ihren Interessen entsprechend finden.