4. Vorteile

Die Mediation wirkt ausufernden Konflikten entgegen und ist ein auf die Zukunft ausgerichtetes Konfliktlösungsverfahren. Es findet in einem vertraulichen Rahmen statt, so dass ein drohender Imageverlust, im Vergleich zu einem öffentlichen Gerichtsverfahren vermieden werden kann. Die Konfliktparteien sind schnell handlungsfähig und langjährige Geschäftsbeziehungen haben eine gute Chance bestehen zu bleiben.

Besonders im Bauwesen ist es von Vorteil, wenn während der Planungs- und Bauphasen die einzelnen Bauabschnitte mediativ begleitet werden, denn häufig ist der Kommunikationsfluss zwischen den einzelnen Beteiligten gestört. Ist es erst einmal zu einem Konflikt gekommen, wird dies i.d.R. teuer. Baustopp, Zahlungsengpässe für Material, Handwerker- oder Honorarrechnungen, Unsicherheiten über die Verantwortung für die Planung und Ausführung einzelner Bauleistungen sind oft die Folge. Blockaden im Bauprozess können durch Mediationen unbürokratisch und außergerichtlich behoben werden, wenn die Kontrahenten eine schnelle und ihren Interessen entsprechende Einigung erreichen wollen.

Gerichtliche Auseinandersetzungen im Bauwesen sind meist sehr vielschichtig und in ihrem Ausgang nur bedingt berechenbar. Es müssen in bestimmten Fällen gerichtliche Feststellungsverfahren eingeleitet und teure Gutachten hinzugezogen werden. All dies kostet Zeit und Geld. Das bedeutet besonders für Bauherren ein großes Risiko, da sie für baugenehmigungspflichtige Projekte keinen Versicherungsschutz (Rechtsschutz) haben. Bis es dann zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, können die Kontrahenten längst Konkurs angemeldet haben und der Bauherr auf den Kosten oder Mängeln sitzen geblieben sein. Die Baufinanzierung gerät durch überdurchschnittlich hohe Baukostenüberschreitungen und durch monatelanges Verschieben der Einzugstermine ins Wanken.

Durch die Flut an Bauprozessen ist das Haftungsrisiko für Architekten und Ingenieure ziemlich hoch. Wenn Leistungen, Zuständigkeiten und Verantwortungen nicht klar definiert werden, kann es schnell zu Konflikten kommen. Einige Risikofaktoren sind geänderte und zusätzliche Leistungen, Baumängel, mangelhafte Kommunikation zwischen Bauleitung und Ausführenden, Zeit- und Budgetprobleme während der Bauphase. Honorarforderungen werden oft nicht in vollem Umfang und sehr häufig auch erst Monate später beglichen. Die Liquidität von Ingenieur- und Architekturbüros gerät so schnell in Gefahr, besonders in der momentanen Konjunkturflaute. Ebenso kritisch kann die Situation für Bauunternehmen oder Handwerksbetriebe sein, wenn Zahlungen nicht rechtzeitig erfolgen, die Rechnungen gekürzt oder komplett zurückgehalten werden.